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Das Arten-Lexikon
Das Arten-Lexikon
Die Gattung Systropha  - Spiralhornbienen

2 Arten im Gebiet (D: 2; A: 2; CH: 2).
8-11 mm. Schwarz gefärbte Bienen ohne helle Haarbinden auf dem Hinterleib und mit einem im Vergleich zu Hinterleib und Brust ausgesprochen kleinen Kopf. Die ♀♀ verraten ihre Gattungszugehörigkeit durch auffällige Haarbüschel an den Seiten des Hinterleibes, durch die aussergewöhnliche Art des Pollentransportes sowie durch den spezialisierten Blütenbesuch. Die ♂♂sind durch ihre dreieckig eingerollten Fühlerspitzen unverkennbar. Die beiden mitteleuropäischen Arten sind im Feld nicht voneinander zu unterscheiden. Bestimmungsliteratur: Schmiedeknecht (1930).
Flugzeit: VI-VIII. Eine Generation im Jahr.
Selbstgegrabene, bis zu 50 cm tiefe Nester im Boden an ebenen bis geneigten, vegetationslosen bis lückig bewachsenen, oft sandigen Stellen. Die horizontal orientierten Brutzellen liegen einzeln am Ende von rund 1 cm langen, rechtwinklig vom senkrechten Hauptgang abzweigenden Seitengängen, die nach Verschluss der Brutzelle mit Erde gefüllt werden. Die Larven spinnen einen Kokon. Nester häufig in Kolonien. Solitäre Nistweise.
Pollentransporteinrichtung: spezielle Behaarung auf der Ober- und Unterseite des Hinterleibes, welche an den Hinterleibsseiten besonders stark ausgebildet ist, sowie eine Haarbürste an Hinterschenkel und -schiene, in der jedoch vergleichsweise nur geringe Pollenmengen transportiert werden. Der Hinterleib der von einem Sammelflug zum Nest zurückkehrenden ♀♀ ist oft fast vollständig mit Pollen bedeckt. Beide Arten sind oligolektisch und besuchen für die Pollenaufnahme ausschliesslich Winden (Convolvulus), in Mitteleuropa vorwiegend die Acker-Winde (Convolvulus arvensis). Die Beobachtung des Blütenbesuchs ist schwierig, da sich die Spiralhornbienen auf ihren Sammelflügen in reissendem Flug kopfvoran in die Blüten hineinstürzen und darin jeweils nur für kurze Zeit verweilen.
Die ♂♂ patrouillieren Winden nach blütenbesuchenden ♀♀ ab. Sie suchen zum Schlafen Winden-Blüten auf oder beissen sich an Halmen fest.
Die Kuckucksbiene Biastes brevicornis entwickelt sich brutparasitisch in den Nestern von Systropha.

online seit: April 2005
Systropha curvicornis  (Scopoli 1770)
Gattung
:
Systropha
Species
:
curvicornis
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
1
Legende
Gefährdung D
:
0
Legende
Kennzeichen:

8-10 mm. Im Feld nicht sicher von der zweiten mitteleuropäischen Art, S. planidens, zu unterscheiden, mit der sie zusammen am gleichen Ort fliegen kann.

Biologie:

Für die Nektaraufnahme besuchen beide Geschlechter neben der Acker-Winde (Convolvulus arvensis) gerne auch die Wegwarte (Cichorium intybus).

Vorkommen:        Legende

In Westdeutschland und in der Schweiz sehr selten, in Ostdeutschland und in Österreich selten bis verbreitet.

In A:

Burgenland, Steiermark, Niederösterreich.

In CH:

Wallis, Tessin. Durch ihre Bindung an Acker-Winde eine charakteristische Art von Acker- und Weinbaugebieten.

In D:

Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg.

online seit: April 2005