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Das Arten-Lexikon
Das Arten-Lexikon
Die Gattung Macropis  - Schenkelbienen

2 Arten im Gebiet (D: 2; A: 2; CH: 2).
8-10 mm. Schwarz gefärbte, schwach behaarte Bienen, die durch ihre strenge Bindung an die Wuchsorte von Gilbweiderich (Lysimachia) auffallen. Der auffällig glänzende, nahezu kahle Hinterleib trägt schmale weisse Haarbinden an den Tergitendrändern. ♂♂ zusätzlich durch gelb gefärbtes Gesicht sowie keulenartig verdickte Hinterschenkel und -schienen ausgezeichnet. ♀♀ strecken beim Blütenbesuch häufig ihre Hinterbeine auf charakteristische Art steil in die Höhe. Während die ♂♂ der beiden mitteleuropäischen Arten im Feld nicht auseinandergehalten werden können, unterscheiden sich die ♀♀ durch eine unterschiedliche Färbung der Beinbürste, was jedoch bereits bei schwacher Füllung mit Pollen und Blütenöl nicht mehr erkennbar ist. Bestimmungsliteratur: Schmiedeknecht (1930); Warncke (1973); Scheuchl (1996).
Flugzeit: VI-IX. Eine Generation im Jahr.
Selbstgegrabene Nester im Boden an teilweise schattigen und eher feuchten, ebenen bis stark geneigten und gelegentlich dicht bewachsenen Stellen. Die horizontal orientierten Brutzellen liegen nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche. Sie sind einzeln oder häufiger zu zweit (selten zu drei bis vier) dicht hintereinander am Ende von bis zu vier kurzen Seitengängen angeordnet, die von einem schräg in das Erdreich führenden Hauptgang waagrecht abzweigen. Die Seitengänge werden nach Verschluss der Brutzelle(n) mit Erde gefüllt. Die imprägnierende Auskleidung der Brutzellen besteht wahrscheinlich nicht wie bei den meisten anderen Bodennistern aus Sekreten der Dufourdrüse, die bei Macropis nur schwach entwickelt ist, sondern aus dem Blütenöl von Lysimachia. Die Larven spinnen einen Kokon. Nester einzeln oder in kleinen Kolonien. Solitäre Nistweise.
Pollentransporteinrichtung: Haarbürste an Hinterschiene und -ferse. Streng oligolektische, auf ölsezernierende Lysimachia-Arten spezialisierte Bienen. Der Pollen wird durch Aufdrücken des Hinterleibes auf den Staubbeutelkranz vorerst in eine besondere Behaarung der Körperuntereite gekämmt, bevor er im Flug an die Beinbürste übergeben wird. Die drei Gilbweiderich-Arten L. nummularia, L. punctata und L. vulgaris sondern aus dichtstehenden Drüsenhaaren, die auf der verwachsenen Staubfadenröhre ihrer Blüten lokalisiert sind, ein fettes Öl ab. Dieses Öl tupfen die ♀♀ mit speziellen Saugpolstern an der Innenseite von Vorder- und Mittelbeintarsen auf und überführen es in die Beinbürste der Hinterbeine, wo es mit Pollen vermischt und in Form eines mächtigen Klumpens, der die Hinterbeine ringförmig umgibt, in das Nest transportiert wird. Die Saugpolster bestehen aus dichtstehenden und geweihartig verzweigten Härchen, die eine beträchtliche Kapillarwirkung entfalten. Eine ähnliche Filzbehaarung, die von langen und steifen „Armierungsborsten“ überragt wird, sorgt in der Beinbürste für den Rückhalt der gesammelten Blütenprodukte. Die Larvennahrung besteht aus einem Gemisch aus Pollen und Blütenöl, das geringe Beimengungen von Nektar enthalten kann. Nektar wird jedoch vorwiegend für die Eigenversorgung aufgenommen. Da die Lysimachia-Blüten keinen Nektar produzieren, müssen die Schenkelbienen ihren Nektarbedarf auf anderen Pflanzen decken.
Die ♂♂ patrouillieren vorwiegend Lysimachia-Blüten auf der Suche nach ♀♀ ab, teilweise kontrollieren sie jedoch auch die Nistplätze sowie die Nektarquellen der ♀♀. Sie schlafen häufig gruppenweise auf Lysimachia-Blütenständen oder auf anderen Pflanzen. Das charakteristische Emporstrecken der Hinterbeine durch blütenbesuchende ♀♀ wird als Signal gedeutet, das patrouillierenden ♂♂ die Paarungsunwilligkeit der ♀♀ anzeigt. Möglicherweise verhindert es jedoch einfach das Abstreifen der Pollen-Öl-Fracht an den Kronblättern.
Die Kuckucksbiene Epeoloides coecutiens lebt als Brutparasit bei Macropis.

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online seit: April 2005
Macropis europaea  Warncke 1973
Gattung
:
Macropis
Species
:
europaea
Synonyme
:
M. labiata
dt. Bezeichnung
:
Auen-Schenkelbiene
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:

8-9 mm. Im Gegensatz zu M. fulvipes kontrastiert beim Weibchen die schneeweiss gefärbte Behaarung der Hinterschienen auffällig mit den tiefschwarz behaarten Fersen.

Biologie:

Für die Nektaraufnahme werden die unterschiedlichsten Blüten besucht: Blutweiderich (Lythrum salicariae), Storchschnabel (Geranium), Braunwurz (Scrophularia), verschiedene Korbblütler (Asteraceae), Doldenblütler (Apiaceae) u.a..

Vorkommen:        Legende

Verbreitet. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze. An Ufern, Gräben und in Feuchtwiesen, wo Lysimachia vulgaris wächst, seltener in Gärten an L. punctata.

online seit: April 2005
Macropis fulvipes  (Fabricius 1804)
Gattung
:
Macropis
Species
:
fulvipes
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
V
Legende
Kennzeichen:
9-10 mm. Im Unterschied zu M. europaea heben sich die gelbbraun behaarten Hinterschienen der ♀ nur wenig von den mit hellen und dunklen Haaren bestandenen Fersen ab.
Biologie:
Fliegt in tieferen Lagen bereits ab Ende Juni und erscheint damit bei gleicher geografischer Lage rund zwei Wochen früher als M. europaea.
Vorkommen:        Legende
Verbreitet, wenn auch meist deutlich seltener als M. europaea. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze. Im Vergleich zu M. europaea eher an Waldgebiete gebunden, oft fliegen aber beide Arten zusammen an den gleichen Lysimachia vulgaris-Beständen. Besucht auch L. nummularia und tritt häufiger als M. europaea in Gärten mit Beständen von L. punctata auf.
online seit: April 2005