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Das Arten-Lexikon
Das Arten-Lexikon
Die Gattung Ceratina  - Keulhornbienen

4 Arten im Gebiet (D: 3; A: 4; CH: 3).
6-10 mm. Leicht zu erkennen am meist metallisch grün oder blau gefärbten, nahezu unbehaarten und stark glänzenden Körper, den keulenförmigen Fühlern sowie dem gegen hinten regelmässig breiter werdenden Hinterleib, dessen Segmente an der Basis deutlich eingeschnürt sind. Kopfschild, Schulterbeulen und Beine häufig hell gefleckt. Als einzige der mitteleuropäischen Arten ist C. cucurbitina rein schwarz gefärbt. In Deutschland und der Schweiz sind die drei vorkommenden Arten anhand Färbung und Grösse bereits im Feld zuverlässig zu bestimmen. Im östlichen Österreich kommt mit C. acuta eine ähnliche Art hinzu, so dass hier einzig C. cucurbitina bereits im Gelände zweifelsfrei erkannt werden kann. Bestimmungsliteratur: Schmiedeknecht (1930); Daly (1983), wo jedoch C. acuta nicht berücksichtigt ist; Scheuchl (1995).
Flugzeit: IV-IX. Aufgrund ihres speziellen Lebenszyklus, den sie mit der verwandten Gattung Xylocopa gemeinsam haben, können die einzelnen Arten während eines Grossteils des Sommerhalbjahres als Imagines angetroffen werden. ♂♂ und ♀♀ schlüpfen bereits im Lauf des Sommers aus den Brutzellen, überwintern einzeln oder in Gruppen von bis zu dreissig Individuen in ausgenagten Gängen von Markstengeln und verpaaren sich nach dem Verlassen der Winterverstecke im späteren Frühling. Die Nistaktivitäten erstrecken sich vom späten Frühling bis in den Sommer. Eine Generation im Jahr.
Selbstgenagte Nester im Mark von dürren Pflanzenstengeln, z.B. von Brombeeren, Rosen, Königskerzen, Holunder oder Disteln. Brachflächen mit zahlreichen Gebüschgruppen und Hecken sind entsprechend bevorzugte Lebensräume der Keulhornbienen. Die Pflanzenstengel sind nur besiedelbar, wenn das Mark an einer Bruchstelle frei zugänglich ist. Aufrechte oder schwach geneigte Stengel werden deutlich bevorzugt. Die Brutzellen, die durch Zwischenwände aus abgenagten Markpartikeln voneinander abgegrenzt sind, liegen linienförmig hintereinander im Nestgang. Einige Arten sondern aus Drüsen an der Basis der Bauchsegmente Wachs aus, mit dem möglicherweise die Brutzellen ausgekleidet werden. Der brotlaibförmige Larvenproviant liegt der Länge nach der Zellwand an. Das Ei wird auf den eingangsferneren, hinteren Teil des Larvenproviantes gelegt, indem das ♀♀ seinen Hinterleib zwischen Zellwandung und Nahrungsvorrat hindurchzwängt. Die Larven spinnen keinen Kokon. Die Entwicklung vom Ei bis zur Imago dauert ein bis zwei Monate. Die Nestbesitzerin hält sich nach der Fertigstellung der letzten Brutzelle oft bis zum Schlüpfen ihrer Nachkommen im Eingangsbereich des Nestganges auf. Bei Gefahr verschliesst sie das Nest mit dem Hinterleib, erzeugt durch Vibration der indirekten Flugmuskulatur hohe Töne und sondert teilweise ein Sekret aus den Mandibulardrüsen ab, das Ameisen abschreckt. Als Ausnahme unter den mitteleuropäischen Bienen kommen die langlebigen ♀♀ meist für kurze Zeit in Kontakt mit ihren frisch geschlüpften Söhnen und Töchtern, bevor sie vor Wintereinbruch sterben. Ob in diesem Stadium ein Austausch von Nahrung oder andere soziale Interaktionen stattfinden, ist noch unbekannt. Während bei gewissen aussereuropäischen Arten das ♀♀ die Entwicklung der Larven kontrolliert, indem es wiederholt die Zellwände aufbricht, die Brutzellen säubert und sie danach wieder verschliesst, ist bei den mitteleuropäischen Arten ein derartiges subsoziales Verhalten bisher nicht nachgewiesen worden. Ebensowenig sind bei den mitteleuropäischen Arten Nester gefunden worden, in denen zwei ♀♀ zusammenarbeiten, wie dies bei einer japanischen Art regelmässig vorkommt. Zumindest die gut untersuchten C. chalybea, C. cucurbitina und C. cyanea leben rein solitär.
Pollentransporteinrichtung: spärlich entwickelte Haarbürste an Hinterschiene und -ferse. Der Grossteil des Pollens wird jedoch im Kropf in das Nest getragen. Ein Borstenkamm auf dem Stipes der Unterkiefer, durch den die mit Pollen beladenen Vorderbeine hindurchgezogen werden, nimmt den Pollen von den Beinen ab, bevor er verschluckt wird. Alle Arten sind polylektisch. Der Pollen wird wie bei Hylaeus häufig direkt mit Oberkiefern und Vorderbeinen von den Staubbeuteln abgeerntet. Dank des langen Rüssels können auch langröhrige Blüten auf Nektar ausgebeutet werden.

picpic
online seit: April 2005
Ceratina chalybea  Chevrier 1872
Gattung
:
Ceratina
Species
:
chalybea
Synonyme
:
C. callosa auct.
dt. Bezeichnung
:
Metallische Keulhornbiene
Gefährdung CH
:
3
Legende
Gefährdung D
:
2
Legende
Kennzeichen:

7-10 mm. Metallisch blaugrüne Art, die sich durch ihre bedeutendere Grösse bereits im Feld klar von C. cyanea abgrenzen lässt.

Biologie:

In den Nestern sind zwischen den Brutzellen Leerzellen ausgebildet, die nicht verproviantiert sind und möglicherweise Brutparasiten von der Parasitierung von weiter hinten liegenden Zellen abhalten sollen. Besucht für die Pollen- und Nektaraufnahme gerne Flockenblumen und Disteln (Cardueae).

Vorkommen:        Legende

Selten.

In A:

Burgenland, Steiermark, Kärnten, Niederösterreich.

In CH:

Westschweiz, Wallis, Tessin.

In D:

Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz.

online seit: April 2005
Ceratina cucurbitina  (Rossi 1792)
Gattung
:
Ceratina
Species
:
cucurbitina
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
Schwarze Keulhornbiene
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:

6-9 mm. Dank glänzend schwarzem, nicht metallisch schimmerndem Körper unverwechselbar.

Biologie:

Verlässt die Winterverstecke im Frühling später als C. chalybea und C. cyanea. Im Gegensatz zu C. chalybea sind in der Regel keine Leerzellen zwischen den Brutzellen vorhanden.

Vorkommen:        Legende

Verbreitet.

In A:

Burgenland, Niederösterreich.

In CH:

Westschweiz, Wallis, Tessin.

In D:

Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg.

online seit: April 2005
Ceratina cyanea  (Kirby 1802)
Gattung
:
Ceratina
Species
:
cyanea
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
Gewöhnliche Keulhornbiene
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:

6-7 mm. Im Feld durch geringere Grösse von der ebenfalls metallisch blaugrün gefärbten C. chalybea zu unterscheiden.

Biologie:

Keine Leerzellen zwischen den Brutzellen.

Vorkommen:        Legende

Verbreitet, stellenweise häufig. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze, im nördlichen Deutschland jedoch nur vereinzelt.

online seit: April 2005