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Das Arten-Lexikon
Das Arten-Lexikon
Die Gattung Psithyrus  - Schmarotzerhummeln

Da die Psithyrus-Arten nach neueren Untersuchungen alle von einem gemeinsamen Hummel-Vorfahren abstammen, werden sie neuerdings von manchen Autoren zur Gattung Bombus gezählt.
10 Arten im Gebiet (D: 9; A: 10; CH: 9). 13-25 mm.
Unterscheiden sich von den Vertretern der Gattung Bombus durch das auffallend träge Verhalten auf den Blüten und die weniger dichte, struppigere Hinterleibsbehaarung, welche die Kutikula durchschimmern lässt. ♀♀ im Gegensatz zu Bombus ohne Körbchen auf den auch auf der Aussenseite durchgehend behaarten Hinterschienen und mit meist deutlich eingekrümmter Hinterleibsspitze. Mit Ausnahme der ♀♀ der beiden Arten P. quadricolor und P. rupestris (s. unten), die sich durch ein rotes Hinterleibsende auszeichnen, können die mitteleuropäischen Schmarotzerhummeln ohne optische Hilfsmittel nicht bis auf die Art bestimmt werden. Bestimmungsliteratur: Schmiedeknecht (1930); Mauss (1987); Amiet (1996). In den ersteren beiden Schlüsseln fehlt der im östlichen Österreich nachgewiesene P. maxillosus.
Flugzeit: IV-X. Die ♀♀ beginnen im späteren Frühling nach der Überwinterung mit der Eiablage im Wirtsnest. Die Nachkommen schlüpfen bereits im Sommer und Spätsommer desselben Jahres aus und verpaaren sich. Während die ♂♂ noch vor Einbruch des Winters sterben, überwintern die begatteten ♀♀ an einem geschützten Ort. Eine Generation im Jahr. Mehrere Arten steigen in den Bergen zusammen mit ihren Wirten bis weit über die Waldgrenze.
Schmarotzerhummeln leben als Sozialparasiten in den Nestern von Bombus. Je nach Art befallen sie nur die Nester einer einzigen Hummel-Art oder schmarotzen bei mehreren Wirtsarten. Sie besitzen keine Arbeiterinnenkaste mehr und haben die Fähigkeit zum Pollensammeln und zur Wachssekretion verloren. Das Schmarotzerhummel-♀ dringt im späteren Frühling, wenn die ersten Hummel-Arbeiterinnen bereits geschlüpft sind, in ein Wirtsnest ein. Verhalten sich die Arbeiterinnen zuerst meist aggressiv gegenüber dem Eindringling, der durch ein sehr hartes Aussenskelett und einen kräftigen Stachel geschützt ist, bleibt die Schmarotzerhummel später aus noch unbekannten Gründen unbehelligt. Bei vielen Arten leben die Hummel-Königin und das Schmarotzerhummel-♀ nach Abflauen der anfänglichen Kämpfe, die häufig mit dem Tod zahlreicher Arbeiterinnen enden, nebeneinander. Bei anderen Arten tötet oder vertreibt die Schmarotzerhummel die Hummel-Königin kurz nach dem Eindringen in das Nest. Das Schmarotzerhummel-♀ zerstört nach der Eroberung des Nestes fortlaufend Brutzellen, Eier und Larven des Wirtes und baut aus dem so gewonnenen Wachs eigene Brutzellen, die mit mehreren Eiern belegt werden. Die Larven der Schmarotzerhummel werden in der Folge von den Hummel-Arbeiterinnen gefüttert und aufgezogen. Sie spinnen einen Kokon. Auch wenn die Hummel-Königin überlebt, werden keine oder nur eine stark verminderte Anzahl Arbeiterinnen und Geschlechtstiere des Wirtes erzeugt. Der Befall eines Hummel-Volkes durch eine Schmarotzerhummel führt stattdessen zur Erzeugung von Psithyrus-♀♀ und -♂♂, die im Sommer und Spätsommer aus den Wirtsnestern schlüpfen und sich verpaaren.
Ähnlich wie bei den Hummeln patrouillieren die ♂♂ entlang von festgelegten, duftmarkierten Flugbahnen. Sie schlafen häufig auf Blüten.

online seit: April 2005
Psithyrus campestris  (Panzer 1801)
Gattung
:
Psithyrus
Species
:
campestris
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:
15-20 mm. Im Feld kaum von ähnlichen Psithyrus-Arten zu unterscheiden.
Biologie:
In Mitteleuropa ist Bombus pascuorum der Hauptwirt. Weitere Wirte sind B. humilis, B. pratorum u.a..
Vorkommen:        Legende
Verbreitet. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.
online seit: April 2005
Psithyrus rupestris  (Fabricius 1793)
Gattung
:
Psithyrus
Species
:
rupestris
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:
15-25 mm. ♀ durch die auffällig rot behaarten Tergite 4-5 sowie die schwarzbraunen Flügel bereits im Feld sicher anzusprechen. Beim ähnlichen P. quadricolor, der vorwiegend in mittleren bis höheren Berglagen fliegt, beginnt die rote Hinterleibsbehaarung bereits ab Tergit 3 und die Flügel sind nur schwach verdunkelt. ♂ nicht von P. quadricolorzu unterscheiden.
Biologie:
In Mitteleuropa ist Bombus lapidarius der Hauptwirt. B. pascuorum, B. sicheli und B. sylvarum sind ebenfalls als Wirte belegt.
Vorkommen:        Legende
Verbreitet. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.
online seit: April 2005