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Das Arten-Lexikon
Das Arten-Lexikon
Die Gattung Heriades  - Löcherbienen

3 Arten im Gebiet (D: 2; A: 3; CH: 2), die gelegentlich zur Gattung Osmia gezählt werden.
6-8 mm. Unauffällige, schwarz gefärbte und schwach behaarte Bienen mit schmalen weissen Haarfransen am Ende der Hinterleibstergite. Erinnern stark an Osmia-Arten. ♀♀ durch keine besonderen äusseren Merkmale ausgezeichnet. Ihre Gattungszugehörigkeit ist aber durch Kombination von geringer Grösse, spezialisiertem Blütenbesuch, typischem Pollensammelverhalten, sommerlicher Flugzeit sowie der Nestanlage in Totholzlöchern (Käferfrassgängen) leicht einzugrenzen. ♂♂ mit charakteristisch eingekrümmtem Hinterleibsende. Die drei mitteleuropäischen Arten sind ohne optische Hilfsmittel nicht voneinander zu unterscheiden. Bestimmungsliteratur: Benoist (1929); Schmiedeknecht (1930); Scheuchl (1996). In den letzteren beiden Schlüsseln fehlt H. rubicola.
Flugzeit: VI-IX. Eine Generation im Jahr.
Nester vorwiegend in Käferfrassgängen in Totholz, gelegentlich auch in hohlen Pflanzenstengeln. Nisthilfen werden gerne angenommen; die Löcherbienen bevorzugen dabei Gänge mit einem Durchmesser von 3-4 mm. Die linienförmig hintereinander liegenden Brutzellen sind durch Zwischenwände aus Harz voneinander getrennt. Das Harz stammt hauptsächlich von Nadelbäumen und wird an Wunden oder auf Knospenschuppen gesammelt. Aus Harz besteht auch der dicke Verschlusspropfen an der Nestmündung, in dessen äusseren Bereich häufig Steinchen, Pflanzenteilchen oder Holzfasern eingearbeitet sind. Die Wände der Brutzellen werden stellenweise (v.a. dort, wo Spalten oder Risse vorhanden sind) ebenfalls mit Harz ausgekleidet. In den Nestern kann zwischen der äussersten Brutzelle und dem Verschlusspropfen eine Leerzelle ausgebildet sein, die nicht verproviantiert ist und möglicherweise Brutparasiten von der Parasitierung der weiter hinten liegenden Zellen abhalten soll. Die Larven spinnen einen Kokon. Vorjährige Nester werden häufig von Kot, Pollen und Kokonresten gereinigt und wieder benutzt. Solitäre Nistweise.
Pollentransporteinrichtung: Haarbürste auf der Unterseite des Hinterleibes. Oligolektische, streng auf Korbblütler (Asteraceae) spezialisierte Arten. Innerhalb der Korbblütler werden sowohl Flockenblumen und Disteln (Cardueae) als auch Arten der Unterfamilie Asteroideae genutzt, Zungenblütler (Lactuceae) dagegen nur ausnahmsweise besucht. Der Pollen wird mit rasch auf und ab wippendem Hinterleib von den pollenbesetzten Blütenteilen direkt in die Bauchbürste aufgenommen.
Die ♂♂ patrouillieren auf der Suche nach paarungswilligen ♀♀ Korbblütler und Nistplätze ab. Sie schlafen in Käferfrassgängen und anderen Hohlräumen.
Die Kuckucksbiene Stelis breviuscula und die Keulenwespe Sapygina decemguttata leben als Brutparasiten bei Heriades.

online seit: April 2005
Heriades truncorum  (Linné 1758)
Gattung
:
Heriades
Species
:
truncorum
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:
6-8 mm. Im Feld nicht von den beiden sehr ähnlichen Arten H. crenulatus und H. rubicola zu unterscheiden.
Im Vergleich zu H. tumulorum ist H. crenulatus deutlich wärmeliebender und besitzt ein entsprechend eingeschränkteres Verbreitungsgebiet. Während letztere Art in Deutschland bisher aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Brandenburg bekannt ist und in der Schweiz nur im Wallis und Tessin regelmässig vorkommt, ist sie in Österreich weiter verbreitet. H. rubicola ist im Gebiet nur aus dem östlichen Österreich bekannt.
Biologie:
Für den Bau des Verschlusspfropfens an der Nestmündung sind 30-45 Harzklümpchen, für die Verproviantierung einer Brutzelle durchschnittlich 34 Sammelflüge notwendig.
Vorkommen:        Legende
Häufig. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.
online seit: April 2005