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Das Arten-Lexikon
Das Arten-Lexikon
Die Gattung Rophites  - Schlürfbienen

3 Arten im Gebiet (D: 2; A: 3; CH: 2).
7-10 mm. Braunschwarz gefärbte, an Halictus erinnernde Bienen mit schmalen, weissen Haarbinden am Ende der Hinterleibstergite, aber fehlender Längsfurche auf dem letzten Tergit. ♀♀ durch die zu Stacheln umgebildeten Haare auf der Stirn sowie den spezialisierten Blütenbesuch unverwechselbar. ♂♂ mit dicht und kurz graubraun behaartem Hinterleib, langen und unterseits orangebraun aufgehellten Fühlern sowie auffällig schmaler, über den Rand des Endtergites vorragender Analplatte. Die drei mitteleuropäischen Arten sind nur unter dem Stereomikroskop mit Sicherheit voneinander zu unterscheiden. Bestimmungsliteratur: Ebmer & Schwammberger (1986).
Flugzeit: VI-VIII. Eine Generation im Jahr.
Selbstgegrabene, 15-25 cm tiefe Nester im Boden an ebenen bis geneigten, lückig bewachsenen Stellen. Die horizontal orientierten Brutzellen liegen einzeln oder zu zwei bis drei direkt hintereinander am Ende von rechtwinklig mit dem senkrechten Hauptgang verbundenen, 5-15 mm langen Seitengängen, die nach Verschluss der Brutzelle(n) mit Erde gefüllt werden. Die Larven spinnen einen Kokon. Nester oft in kleinen bis grösseren Kolonien. Solitäre Nistweise.
Pollentransporteinrichtung: Haarbürste an Hinterschiene und Körbchen auf der Unterseite des Hinterschenkels. Alle drei Arten sammeln den Pollen ausschliesslich auf Lippenblütlern (Lamiaceae), in Mitteleuropa hauptsächlich auf Ziest (Stachys) und Schwarznessel (Ballota). Die Stirnstacheln sind eine Anpassung an das Pollensammeln an Lippenblütlern: das Stachelfeld wird gegen die oberständigen Staubbeutel gedrückt, bevor die Pollenkörner mit reibenden Kopfbewegungen, die von Vibrationsstössen der indirekten Flügelmuskulatur (buzzing) begleitet sind, aus den Staubbeuteln zwischen die Stacheln gekämmt werden. Der Pollen wird danach mit den Vorderbeinen aus der Stirn entfernt und via Mittelbeine in die Haarbürste der Hinterbeine überführt.
Die ♂♂ patrouillieren auf der Suche nach ♀♀ Lippenblütler ab. Sie schlafen, gelegentlich in kleinen Gruppen, auf den Blütenständen von Lippenblütlern.
Die Kuckucksbiene Biastes emarginatus lebt als Brutparasit bei Rophites.

online seit: April 2005
Rophites algirus  Pérez  1903
Gattung
:
Rophites
Species
:
algirus
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
3
Legende
Gefährdung D
:
2
Legende
Kennzeichen:

8-10 mm. Im Feld nicht von den anderen mitteleuropäischen Rophites-Arten zu unterscheiden. Allenfalls bietet die unterschiedliche Flugzeit einen schwachen Hinweis auf die Artzugehörigkeit (s. unten).

Biologie:

Fliegt in tieferen Lagen bereits ab Mitte Juni und erscheint damit rund drei bis vier Wochen früher als die im Gebiet ähnlich weit verbreitete Art R. quinquespinosus. Die wichtigste Pollenquelle in ganz Mitteleuropa ist der Aufrechte Ziest (Stachys recta), andere Lippenblütler werden nur selten genutzt.

Vorkommen:        Legende

Selten.

In A:

Burgenland, Nieder- und Oberösterreich.

In CH:

Westschweiz, Wallis, Tessin.

In D:

Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen, Brandenburg.

online seit: April 2005