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Das Arten-Lexikon
Das Arten-Lexikon
Die Gattung Hylaeus  - Maskenbienen

44 Arten im Gebiet (D: 36; A: 39; CH: 35), die bei älteren Autoren unter der Gattung Prosopis aufgeführt sind.
4-9 mm. Durch die gelbe oder weisse Gesichtsmaske und die kurze zweilappige Zunge, welche die Maskenbienen mit Colletes gemeinsam haben, eindeutig charakterisiert. Bei den ♀♀ ist die Maske zu seitlichen Punkten oder schmalen Streifen am Innenrand der Komplexaugen reduziert oder fehlt bei vereinzelten Arten ganz. Bei den ♂♂ erstreckt sich die helle Kopffärbung in der Regel über die ganze untere Gesichtshälfte und nimmt zum Teil zusätzlich auch den Fühlerschaft ein, der bei einigen Arten auffallend stark verbreitert ist. Abgesehen von der Gesichtsfärbung und kleinen hellen Flecken an Brust und Beinen sind die nahezu unbehaarten Maskenbienen bis auf drei Arten mit roter Hinterleibsbasis einheitlich schwarz gefärbt. Sie sind in der Regel im Feld nicht bis auf Artniveau ansprechbar. Eine Ausnahme bilden einige wenige Arten, die anhand einer charakteristischen Ausbildung der Gesichtszeichnung, dank speziellen morphologischen Strukturen oder aufgrund ihres typischen Blütenbesuchs erkannt werden können. Bestimmungsliteratur: Dathe (1980). In diesem Schlüssel fehlt die kürzlich von Dathe, Heide & Witt (1996) neu entdeckte Art H. lepidulus.
Flugzeit: V-IX. Meist nur eine Generation im Jahr, mehrere Arten jedoch zumindest partiell mit zwei Generationen. H. nivalis steigt in den Bergen bis weit über die Waldgrenze.
Nester meist in vorgefundenen Hohlräumen wie Käferfrassgängen, Pflanzengallen, verlassenen Nestern von boden-, steilwand- oder freinistenden Stechimmen, Gesteins- und Erdspalten oder zwischen Steinen. Auch in Nisthilfen. Mehrere Arten sind in der Lage, ihre Nestgänge im Mark dürrer Pflanzenstengel selber auszunagen; oft ist der Gang dabei auffällig geschlängelt. Die meisten Arten sind in der Wahl ihres Nistplatzes recht flexibel. Ausnahmen bilden H. pectoralis, die ausschliesslich in alten Schilfgallen von Lipara-Fliegen nistet, H. moricei und H. pfankuchi, welche ihre Brutzellen mit grosser Wahrscheinlichkeit nur in Schilfhalmen anlegen, sowie H. nigritus und H. variegatus (s. unten). Während in linearen Hohlräumen die Brutzellen eine gleichmässige zylindrische Form aufweisen und häufig dicht hintereinander liegen, sind sie in nicht-linearen Hohlräumen oft unregelmässig geformt und zum Teil verstreut angeordnet. Diese Flexibilität in der Ausnutzung unterschiedlich geformter, nicht-linearer Hohlräume ist bei den Maskenbienen dank der Plastizität in der Form ihrer Brutzellen möglich, die einem cellophanartigen, durchsichtigen Tütchen gleichen und aus Sekreten der Labialdrüse und, wahrscheinlich in geringerem Mass, auch der Dufourdrüse bestehen. Wie bei Colletes wird für die Verarbeitung der Drüsensekrete auch hier die speziell geformte Zunge verwendet. Bei einigen Arten ist während der ganzen Bau- und Verproviantierungsphase nahe der Nestmündung ein provisorisches Schutzhäutchen angelegt. Dieses besteht aus Sekretbändern, die radial vom Rand der Nestöffnung zum Zentrum führen. Da sie zentral nicht verbunden sind, ermöglichen sie der Nestbesitzerin den Zugang wie durch ein „Katzentürchen“. Pollen-Nektar-Vorrat sehr feucht bis halbflüssig. Die Larven spinnen keinen Kokon. Nester in linearen Hohlräumen werden nach der Fertigstellung der letzten Brutzelle mit einer Wand aus Drüsensekreten verschlossen. Alle Arten nisten solitär. ♀♀ und ♂♂ sondern bei Gefahr aus ihren grossen Mandibulardrüsen einen auch für die menschliche Nase gut wahrnehmbaren, zitronenartig duftenden Stoff aus, dessen genaue Funktion noch unklar ist.
Keine Pollentransporteinrichtung. Der Pollen wird mit einem speziellen Borstenkamm auf der Galea der Unterkiefer von den Vorderbeinen abgenommen, verschluckt und im Kropf in das Nest zurücktransportiert, wo er zusammen mit dem Nektar ausgewürgt wird. Drei der bisher näher untersuchten mitteleuropäischen Arten sind oligolektisch, sie sammeln den Pollen ausschliesslich auf Lauch (Allium), Resede (Reseda) bzw. Korbblütlern (Asteraceae). Die meisten übrigen Arten dürften polylektisch sein. Allerdings ist die Bestimmung der Blütenpräferenzen bei Maskenbienen erschwert, da der gesammelte Pollen wegen seines Transportes im Körperinnern für die mikroskopische Untersuchung nur schwer zugänglich ist. Das ♀ von H. cornutus hat einen eingesattelten, oben und unten durch zahnartige Vorsprünge begrenzten Kopfschild. Möglicherweise steht diese seltsame Struktur mit dem Pollensammeln bzw. Pollentransport in Zusammenhang.
Die ♂♂ schwärmen an Nistplätzen und Blüten. Sie schlafen einzeln oder gruppenweise in verschiedenen Hohlräumen oder gelegentlich offen auf Pflanzenstengeln.
Typische Brutparasiten der Maskenbienen sind Schmalbauchwespen (Gasteruptionidae).

picpicpicpic
online seit: April 2005
Hylaeus nigritus  (Fabricius 1798)
Gattung
:
Hylaeus
Species
:
nigritus
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:
7-9 mm. Im Feld nicht sicher von polylektischen Hylaeus-Arten zu unterscheiden, die ebenfalls Korbblütler besuchen. Allenfalls bieten neben dem spezialisierten Blütenbesuch die Grösse und der glänzend elfenbeinweiss gefärbte Kopfschild des ♂ Hinweise auf die Artzugehörigkeit.
Biologie:
Flugzeit: VI-VIII. Brutzellen liegen in einer Ebene dicht nebeneinander in Gesteinsritzen, Erdspalten oder zwischen aufgeschichteten Steinen. Oligolektische, auf Korbblütler (Asteraceae) spezialisierte Art, welche innerhalb der Korbblütler vorwiegend Arten der Unterfamilie Asteroideae, seltener Flockenblumen und Disteln (Cardueae) besucht.
Vorkommen:        Legende
Häufig. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.
online seit: April 2005
Hylaeus punctulatissimus  Smith  1842
Gattung
:
Hylaeus
Species
:
punctulatissimus
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
3
Legende
Gefährdung D
:
V
Legende
Kennzeichen:
6-9 mm. Im Feld nicht sicher von polylektischen Hylaeus-Arten zu unterscheiden, die ebenfalls Lauch besuchen.
Biologie:
Flugzeit: VI-VIII. Oligolektisch, auf im Sommer blühende Lauch (Allium)-Arten spezialisiert.
Vorkommen:        Legende
Verbreitet. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze. Lebt, bedingt durch die Blütenspezialisierung, sowohl an Trockenhängen, wo der Kugellauch (Allium sphaerocephalon) wächst, als auch in Gemüsegärten.
online seit: April 2005
Hylaeus signatus  (Panzer 1798)
Gattung
:
Hylaeus
Species
:
signatus
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:
7-9 mm. Im Feld nicht sicher von polylektischen Hylaeus-Arten zu unterscheiden, die ebenfalls Resede besuchen. Abgesehen vom spezialisierten Blütenbesuch lassen die Grösse sowie die bei beiden Geschlechtern milchig getrübten Flügel die Art jedoch schon im Gelände provisorisch ansprechen.
Biologie:
Flugzeit: V-VIII. Oligolektisch, auf Resede (Reseda) spezialisiert.
Vorkommen:        Legende
Häufig. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.
online seit: April 2005
Hylaeus variegatus  (Fabricius 1798)
Gattung
:
Hylaeus
Species
:
variegatus
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
3
Legende
Gefährdung D
:
3
Legende
Kennzeichen:
6-8 mm. ♀ in Mitteleuropa dank der rot gefärbten Hinterleibsbasis nur mit den beiden sehr seltenen H. bifasciatus und H. meridionalis zu verwechseln. Erstere Art ist im Gebiet einzig durch alte Nachweise aus der Westschweiz belegt, von letzterer Art liegen sichere Nachweise nur aus dem östlichen Österreich vor. ♂ mit schwarz gefärbtem Hinterleib, im Gelände nicht zuverlässig ansprechbar.
Biologie:
Flugzeit: VI-IX. In wärmebegünstigten Gebieten teilweise mit zwei Generationen. Brutzellen werden ausschliesslich in verlassenen Nestgängen von bodennistenden Stechimmen angelegt.
Vorkommen:        Legende
Verbreitet. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.
online seit: April 2005