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Das Arten-Lexikon
Das Arten-Lexikon
Die Gattung Anthidium  - Harz- und Wollbienen

Verschiedene Autoren splittern die mitteleuropäischen Harz- und Wollbienen in die sechs Gattungen Anthidiellum, Anthidium, Icteranthidium, Pseudoanthidium, Rhodanthidium und Trachusa auf.
16 Arten im Gebiet (D: 9; A: 11; CH: 14).
6-18 mm. Die meisten Arten durch ausgedehnte, wespenartig gelbe bis weissgelbe Fleckung von Kopf, Brust und Hinterleib sowie durch schwebfliegenartigen Flug leicht kenntlich. ♂♂ vieler Arten zusätzlich mit auffälligen Zähnen, Dornen oder Lappen am Hinterleibsende. ♂ häufig deutlich grösser als ♀♀. A. byssinum und A. montanum, die als Ausnahme unter den mitteleuropäischen Arten im ♀♀ Geschlecht einheitlich dunkel gefärbt sind, können leicht mit Vertretern der Gattung Osmia verwechselt werden; die ♂♂ der beiden Arten verraten sich jedoch durch ihr gelb gefärbtes Gesicht. Zwei mitteleuropäische Stelis-Arten, die durch ihre gelb-schwarze Färbung den Anthidium-Arten täuschend ähnlich sehen, unterscheiden sich durch deutlich kleineren Kopf sowie die fehlende Bauchbürste bei den ♀♀. Die meisten mitteleuropäischen Arten können bereits im Feld erkannt werden. Bestimmungsliteratur: Schmiedeknecht (1930); Warncke (1980); Scheuchl (1996). In den ersteren beiden Schlüsseln fehlt allerdings die im östlichen Österreich vorkommende, mit A. scapulare nah verwandte Wollbiene A. tenellum. Im letzteren Schlüssel sind vier in der Schweiz nachgewiesene Arten nicht berücksichtigt.
Flugzeit: VI-IX, A. septemdentatum erscheint bereits im Mai. Im Gegensatz zu den meisten anderen Bienen schlüpfen die ♀♀ in der Regel vor den ♂♂ (Proterogynie). Eine Generation im Jahr, A. manicatum gelegentlich mit partieller zweiter Generation. A. montanum steigt in den Bergen bis weit über die Waldgrenze.
Nistweisen unterschiedlich. Sechs Arten sammeln für den Bau ihrer Brutzellen Harz, das hauptsächlich auf Nadelbäumen geerntet und allein oder mit anderen Materialien gemischt Verwendung findet (Harzbienen). Reines Harz verwenden A. strigatum, A. laterale sowie A. septemdentatum. Letztere Art legt ihre durch Zwischenwände aus Harz voneinander getrennten Brutzellen in leeren Schneckengehäusen an, die mit einem beidseits durch Harzwände begrenzten Propfen aus Erdbröckchen, Steinchen u.ä. verschlossen werden. Bei A. byssinum, A. interruptum und A. caturigense bestehen die Brutzellen aus einer inneren Schicht Harz und einer äusseren Schicht von Laubblattstreifen bzw. Pflanzenwolle. Zehn Arten bauen ihre Brutzellen aus Pflanzenhaaren (Wollbienen), die mittels der spezialisierten, mit zahlreichen spitzen Zähnen versehenen Oberkiefer auf stark behaarten Blättern und Stengeln geerntet und in Form kleiner Wollkugeln ins Nest transportiert werden, das meist in bereits vorhandenen Hohlräumen der unterschiedlichsten Art angelegt wird. Zum Teil finden für den Zellenbau auch stark behaarte Samen, z.B. von Weide (Salix), Verwendung. Viele Wollbienen verschliessen nach Bau und Verproviantierung der letzten Brutzelle das Nest mit Erdbröckchen, Steinchen, Pflanzenteilchen und/ oder Pflanzenwolle. Einige Arten imprägnieren die Zellwolle wahrscheinlich zum Schutz des Brutzelleninhaltes vor Pilz- und Bakterienbefall mit pflanzlichen Drüsensekreten. Diese werden mit speziellen Saugpolstern auf den Fersen aller drei Beinpaare, die aus winzigen, geweihartig verzweigten Haaren bestehen, auf stark drüsig behaarten Blütenstielen, Hüllblättern oder Fruchtkapseln verschiedener Pflanzen aufgesaugt. Mehrere Arten verschliessen die Brutzelle vor jedem Sammelflug, indem sie die Pflanzenwolle mit den Oberkiefern vom Rand der Zellöffnung nach innen zerren. Die Anthidium-Larven spinnen einen Kokon, der an der Spitze mit einem charakteristischen zapfenartigen Fortsatz versehen ist. Solitäre Nistweise.
Pollentransporteinrichtung: Haarbürste auf der Unterseite des Hinterleibes. Sechs Arten sind streng oligolektisch. Von diesen sammeln drei Arten den Pollen ausschliesslich auf Korbblütlern (Asteraceae) und zwar vorwiegend auf Vertretern der Distel- und Flockenblumenverwandtschaft (Cardueae), zwei Arten sind auf Schmetterlingsblütler (Fabaceae) spezialisiert und eine Art besucht einzig Kardengewächse (Dipsacaceae). Die übrigen Arten sind mehr oder weniger stark polylektisch. Vier mitteleuropäische Arten haben auf dem Kopfschild einen Pollensammelapparat aus wellenförmig verbogenen Borsten. Mit reibenden Kopfbewegungen kämmen die ♀♀ dieser Arten den Pollen aus den oberständigen Staubbeuteln von Lippenblütlern (Lamiaceae) und gewissen Rachenblütlern (Scrophulariaceae) direkt in die spezielle Gesichtsbehaarung. Der Pollen wird danach mit den Vorderbeinen aus dem Gesicht entfernt und via Mittelbeine in die Bauchbürste überführt. Die Korbblütler-Spezialisten nehmen den Pollen direkt mit auf und ab wippendem Hinterleib von den pollenbesetzten Blütenteilen in die Bauchbürste auf.
Die ♂♂ mehrerer Arten verteidigen im Bereich der Nahrungspflanzen ihrer ♀♀ kleine Territorien gegen arteigene ♂♂. Dadurch dass sie auch andere Blütenbesucher aus ihren Revieren vertreiben, indem sie diese mit ihrem bedornten Hinterleibsende rammen, dürften sie die Attraktivität ihrer Territorien für pollen- und nektarsammelnde ♀♀ erhöhen. Die ♂♂ anderer Arten patrouillieren in rasantem Flug die Pollenquellen der ♀ ab oder kontrollieren die Nestkolonien. Die ♀♀ verpaaren sich mehrfach mit verschiedenen ♂. Die ♂♂ schlafen einzeln oder in kleinen Gruppen in unterschiedlichen Hohlräumen, einzelne Arten beissen sich mit den Oberkiefern an Pflanzenteilen fest.
Brutparasiten sind mehrere Stelis-Arten sowie wahrscheinlich Coelioxys quadridentata.

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online seit: April 2005
Anthidium byssinum  (Panzer 1798)
Gattung
:
Anthidium
Species
:
byssinum
Synonyme
:
Trachusa byssina
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
3
Legende
Kennzeichen:

11-12 mm. Körper mit Ausnahme des gelb gefärbten Gesichts beim ♂ ohne helle Flecken. Gestalt charakteristisch gedrungen mit nahezu kugeligem Hinterleib. Brust rotbraun, Hinterleib spärlich graubraun behaart mit unauffälligen hellen Haarbinden.

Biologie:

Nistet in selbstgegrabenen Gängen im Boden, oft in kleineren Kolonien. Das fertige Nest besteht aus einem wenige Zentimeter langen Hauptgang, von welchem fingerförmig Seitengänge abzweigen, die jeweils zwei oder drei hintereinanderliegende Brutzellen enthalten. Die Brutzellen sind zweischichtig und bestehen aussen aus einer Lage schmaler Laubblattstreifen, die mit den Oberkiefern auf Bäumen und Sträuchern ausgeschnitten werden, und innen aus einer dünnen Schicht Harz. Für den Bau einer Brutzelle werden 7-14 Blattstreifen und 20-30 Harzbröckchen benötigt. Oligolektisch, auf Schmetterlingsblütler (Fabaceae) spezialisiert. ♂♂ beissen sich zum Schlafen gerne an Halmen fest. Kuckucksbiene: wahrscheinlich Coelioxys quadridentata.

Vorkommen:        Legende

Verbreitet. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.

online seit: April 2005
Anthidium caturigense  Giraud  1863
Gattung
:
Anthidium
Species
:
caturigense
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
3
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:

9-12 mm. Dank der beinahe weissen, teilweise durch eine gezackte Randlinie begrenzten Hinterleibsflecken bereits im Feld recht gut anzusprechen. A. interruptum und A. laterale, die ebenfalls weissgelbe, jedoch durch eine gerade Randlinie begrenzte Hinterleibsflecken besitzen, sind meist deutlich grösser und besuchen andere Pflanzen.

Biologie:

Nistet in selbstgegrabenen Gängen im Boden, meist in kleinen bis grossen Kolonien. Die am Ende eines wenige Zentimeter langen Nestganges angelegte Brutzelle besteht aussen aus einer Schicht Pflanzenhaare, innen aus einer Lage Harz. Der Nestgang wird nach Verschluss der Brutzelle an seiner Mündung mit Steinchen, Holzstückchen u.ä. verbarrikadiert. Polylektisch mit deutlicher Vorliebe für Schmetterlingsblütler (Fabaceae). ♂♂ fliegen dicht über den Nestkolonien und kriechen auf der Suche nach paarungswilligen ♀♀ häufig in die Nester ein.

Vorkommen:        Legende

Sehr selten.

In CH:

Wallis.

online seit: April 2005
Anthidium interruptum  (Fabricius 1781)
Gattung
:
Anthidium
Species
:
interruptum
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
1
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:

11-14 mm. Anhand des spezialisierten Blütenbesuchs, der weissgelben Hinterleibsflecken sowie der auffallend schneeweiss gefärbten Bauchbürste bereits im Feld sicher zu bestimmen.

Biologie:

Gleiche Nistweise wie A. byssinum. Oligolektisch, auf Kardengewächse (Dipsacaceae) spezialisiert. Besucht in Mitteleuropa wohl ausschliesslich Skabiose (Scabiosa). ♂♂ patrouillieren Scabiosa-Blütenköpfe in rasantem Flug ab. Kuckucksbiene: Stelis annulata.

Vorkommen:        Legende

Sehr selten.

In CH:

Wallis, Tessin.

online seit: April 2005
Anthidium laterale  Latreille  1809
Gattung
:
Anthidium
Species
:
laterale
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
2
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:

♀ 12-14 mm; ♂ 15-18 mm. Im Feld dank bedeutender Grösse, auffallend schwarz glänzendem und weissgelb geflecktem Hinterleib sowie spezialisiertem Blütenbesuch kaum mit anderen Anthidium-Arten zu verwechseln.

Biologie:

Die Brutzellen bestehen aus reinem Harz und werden in kleinen Haufen in vorhandenen oder selbstgegrabenen Hohlräumen in der Erde untergebracht. Eingeschränkt polylektisch, besucht meist nur Flockenblumen und Disteln (Cardueae). ♂♂ bewachen die ♀♀ nach der Paarung für eine gewisse Zeit, indem sie ihnen in wenigen Zentimetern Abstand folgen und andere ♂♂ an einer Annäherung hindern.

Vorkommen:        Legende

Sehr selten.

In A:

Burgenland.

In CH:

Wallis.

online seit: April 2005
Anthidium manicatum  (Linné 1758)
Gattung
:
Anthidium
Species
:
manicatum
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:

♀ 11-12 mm; ♂ 14-18 mm. ♀ im Siedlungsgebiet nur mit der Art A. oblongatum zu verwechseln, die jedoch meist deutlich kleiner ist, in der Regel weder Lippen- noch Rachenblütler besucht, orangerot gefärbte Beine hat und olivgrüne Komplexaugen aufweist. ♂ dank Grösse, orangefarbenen Haarbüscheln an den Seiten der Hinterleibssegmente sowie dreidornigem Endtergit unverwechselbar.

Biologie:

Die Brutzellen bestehen aus Pflanzenwolle und werden meist zu mehreren dicht neben- oder hintereinander in den unterschiedlichsten Hohlräumen wie Fensternuten, Felsspalten, Erdlöchern u.ä. untergebracht. Die Zellwolle wird vor der Verproviantierung der Brutzelle mit pflanzlichen Drüsensekreten imprägniert. Bislang nachgewiesene Drüsensekretquellen sind Blütenhüllblätter des Kleinköpfigen Pippaus (Crepis capillaris), Blütenstiele von Hausgeranien (Pelargonium), Fruchtkapseln von Löwenmäulchen (Anthirrhinum) sowie Jungtriebe von Brombeere (Rubus). Das Nest wird gegen aussen mit Pflanzenhaaren, Steinchen, Erdbröckchen oder Holzstückchen verbarrikadiert. Eingeschränkt polylektische Art, welche nur Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Lippenblütler (Lamiaceae) und gewisse Rachenblütler (Scrophulariaceae) besucht. An den Blüten der letzteren beiden Pflanzenfamilien wird der Pollen mit reibenden Kopfbewegungen aus den oberständigen Staubbeuteln direkt in eine spezialisierte Gesichtsbehaarung gekämmt. Beliebte Pollen- und Nektarquellen sind Hauhechel (Ononis), Ziest (Stachys), Fingerhut (Digitalis), Leinkraut (Linaria) u.a.. ♂♂ verteidigen im Bereich der Nahrungspflanzen der ♀♀ kleine Territorien und vertreiben daraus nicht nur arteigene ♂♂, sondern alle blütenbesuchenden Insekten. Unterlegene ♂♂, die über keine eigenen Territorien verfügen, dringen regelmässig in fremde Reviere ein und versuchen sich unbemerkt vom Revierinhaber mit blütenbesuchenden ♀♀ zu paaren. ♂♂ schlafen gerne gruppenweise in Hohlräumen, z.B. in Käferfrassgängen oder in Nisthilfen. Kuckucksbiene: Stelis punctulatissima.

Vorkommen:        Legende

Im Siedlungsgebiet oft häufig, ausserhalb des Siedlungsgebietes deutlich seltener. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.

online seit: April 2005
Anthidium oblongatum  (Illiger 1806)
Gattung
:
Anthidium
Species
:
oblongatum
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
V
Legende
Kennzeichen:

8-10 mm. ♀ sieht A. manicatum sehr ähnlich. Letztere Art ist aber meist deutlich grösser, nutzt ein anderes Blütenspektrum, hat gelb gefärbte Beine und weist dunkel braunolive Komplexaugen auf. ♂ im Unterschied zu A. manicatum ohne orangefarbene Haarbüschel an den Seiten des Hinterleibes und mit zweilappigem Endtergit.

Biologie:

Die charakteristisch abgeflachten, fladenförmigen Nester, die stets aus mehreren direkt nebeneinanderliegenden Brutzellen bestehen, werden in schmalen Fels- und Steinspalten angelegt. Baumaterial sind Pflanzenhaare. Eingeschränkt polylektische Art, die in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes nur Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Dickblattgewächse (Crassulaceae), Resede (Reseda) sowie- seltener -Glockenblume (Campanula) besucht. Kommen die Nahrungspflanzen der ♀♀ auf engem Raum in dichten Beständen vor, verteidigen die ♂♂ kleine Territorien. Wachsen die Nahrungspflanzen jedoch nur vereinzelt, werden sie auf Flugbahnen abpatrouilliert. Kuckucksbiene: Stelis punctulatissima.

Vorkommen:        Legende

Verbreitet. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft vom nördlichen Ostdeutschland in südwestlicher Richtung durch das mittlere Westdeutschland.

online seit: April 2005
Anthidium punctatum  Latreille  1809
Gattung
:
Anthidium
Species
:
punctatum
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
3
Legende
Gefährdung D
:
3
Legende
Kennzeichen:

8-10 mm. Dank der beidseits in je zwei Punktreihen aufgelösten, weissgelben Hinterleibsflecken unverwechselbar.

Biologie:

Legt die oft nur aus einer Brutzelle bestehenden Nester in Erdlöchern oder Steinspalten an. Baumaterial sind Pflanzenhaare. Wie bei A. manicatum wird die Zellwolle mit pflanzlichen Drüsensekreten imprägniert. Das Nest werden gegen aussen mit Pflanzenhaaren, Erdbröckchen, Steinchen, Holzteilchen u.ä. verschlossen. Polylektisch, besucht jedoch mit Vorliebe Schmetterlingsblütler (Fabaceae), besonders Hornklee (Lotus corniculatus). ♂♂ besitzen eine ähnliche Paarungsstrategie wie A. oblongatum. Sie beissen sich zum Schlafen gerne an Halmen oder Blättern fest.

Vorkommen:        Legende

Verbreitet. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze, im nördlichen Deutschland jedoch nur sehr vereinzelt.

online seit: April 2005
Anthidium scapulare  Latreille 1809
Gattung
:
Anthidium
Species
:
scapulare
Synonyme
:
A. lituratum
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
3
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:

6-8 mm. Dank geringer Grösse in weiten Teilen Mitteleuropas nur mit der Harzbiene A. strigatum und der Düsterbiene Stelis signata zu verwechseln. Erstere unterscheidet sich durch die Lage der Hinterleibsflecken, die auf den Tergiten 3-5 den Seitenrand nicht erreichen, sondern deutlich gegen innen versetzt sind. Letztere hat einen deutlich kleineren Kopf sowie gelb anstatt orangerot gefärbte Beine. Die sehr ähnliche Art A. tenellum, die im Gelände nicht von A. scapulare unterschieden werden kann, kommt im Gebiet nur im östlichen Österreich vor.

Biologie:

Die Brutzellen bestehen aus Pflanzenwolle und werden zu mehreren direkt hintereinander in meist aufrechten und hohlen Pflanzenstengeln untergebracht. A. scapulare kann jedoch auch markhaltige Stengel nutzen, die dann von den Bienen selber ausgehöhlt werden. Ist das Mark durch keine Bruchstelle zugänglich, wird seitlich ein Loch durch die verholzte Stengelwand genagt. In Ausnahmefällen können auch Pflanzengallen besiedelt werden. Oligolektische, auf Korbblütler (Asteraceae) spezialisierte Art, die innerhalb der Korbblütler vorwiegend Flockenblumen und Disteln (Cardueae) besucht. ♂♂ patrouillieren die Nahrungspflanzen der ♀♀ ab. Kuckucksbienen: Stelis ornatula, S. punctulatissima.

Vorkommen:        Legende

Selten. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft vom nördlichen Ostdeutschland in südwestlicher Richtung durch das mittlere Westdeutschland.

online seit: April 2005
Anthidium strigatum  (Panzer 1805)
Gattung
:
Anthidium
Species
:
strigatum
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
n.
Legende
Gefährdung D
:
V
Legende
Kennzeichen:

6-7 mm. Im Unterschied zu den ähnlich kleinen Arten A. scapulare und Stelis signata, bei denen die hellen Hinterleibsflecken beidseits praktisch in einer Linie liegen, sind die Flecken auf den Tergiten 3-5 bei A. strigatum deutlich gegen innen versetzt.

Biologie:

Die geschnäbelten, rund 1 cm langen Brutzellen bestehen aus reinem Harz. Sie werden einzeln oder in kleinen Gruppen, in der Regel in Bodennähe, frei an Steine, Pflanzenhalme oder Baumstämmen geklebt. Möglicherweise zwecks Tarnung werden häufig kleine Rindenstückchen in die Zellwand eingearbeitet. Polylektisch, besucht jedoch bevorzugt Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und unter diesen besonders Hornklee (Lotus corniculatus). ♂♂ patrouillieren die Nahrungspflanzen der ♀♀ ab. Sie beissen sich zum Schlafen oft an Pflanzenteilen fest. Kuckucksbiene: Stelis signata.

Vorkommen:        Legende

Verbreitet. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.

online seit: April 2005