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Das Arten-Lexikon
Das Arten-Lexikon
Die Gattung Sphecodes  - Blutbienen

28 Arten im Gebiet (D: 25; A: 26; CH: 27).
4-15 mm. Dank dem glänzend roten Hinterleib, der sich deutlich von der tiefschwarzen Färbung von Kopf und Brust abhebt, sofort zu erkennen. Einzig die ♂♂ einiger kleiner Arten haben einen überwiegend schwarz gefärbten Hinterleib und sind im Feld oft kaum von kleinen Lasioglossum-♂♂ zu unterscheiden. Unter dem Stereomikroskop verraten jedoch die filzig behaarten Flecken an der Basis der meist knotig vortretenden Fühlerglieder sowie der schwarze Kopfschild die Zugehörigkeit zu den Blutbienen. Rein schwarz-rot gefärbte Nomada-Arten können auf den ersten Blick mit Blutbienen verwechselt werden, für ein geübtes Auge sind die beiden Gruppen aber ohne Schwierigkeiten an der unterschiedlichen Körperform zu unterscheiden. Mit Ausnahme von S. albilabris (s. unten) können die einzelnen Sphecodes-Arten im Feld nicht erkannt werden. Bestimmungsliteratur: Sustera (1959); Warncke (1992). Im ersten Schlüssel fehlt der in der Schweiz nachgewiesene Sphecodes dusmeti, im zweiten der in allen drei Ländern vorkommende S. pseudofasciatus.
Flugzeit: III-X. Aufgrund ihres speziellen Lebenszyklus, den sie mit den nah verwandten Gattungen Halictus und Lasioglossum gemeinsam haben, können die meisten Arten während eines Grossteils des Sommerhalbjahres als Imagines angetroffen werden. Die ♀♀ beginnen im Frühling nach der Überwinterung mit dem Brutgeschäft. Die Nachkommen schlüpfen bereits im Sommer oder Spätsommer aus den Brutzellen der Wirtsnester und verpaaren sich. Während die ♂♂ noch im Lauf des Spätsommers und Herbstes sterben, überwintern die begatteten ♀♀ an einem geschützten Ort wie z.B. in verlassenen Nestgängen von bodennistenden Bienen. Vier mitteleuropäische Arten besitzen einen abweichenden Lebenszyklus, indem beide Geschlechter erst im Frühling aus den Brutzellen schlüpfen und bereits anfangs Sommer wieder verschwinden. Eine Generation im Jahr, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass Blutbienen, welche bei sozialen, mehrbrütigen Halictus- und Lasioglossum-Arten leben, zum Teil zwei Generationen im Jahr ausbilden.
Die Blutbienen sind Kuckucksbienen. Die meisten Arten entwickeln sich in den Nestern von solitären oder primitiv eusozialen Halictus- und Lasioglossum-Arten. Drei mitteleuropäische Arten schmarotzen bei Andrena. S. albilabris weist mit Colletes cunicularius und Melitturga clavicornis ein breiteres Wirtsspektrum auf. Eine in Mitteleuropa noch nicht nachgewiesene Art ist Brutparasit bei Nomioides. Auf ihren langsamen Suchflügen dicht über der Bodenoberfläche landen die ♀♀ häufig auf der Erde und inspizieren potentielle Neststandorte ihrer Wirte. Während die Blutbienen bei solitären Wirtsarten bevorzugt während der Abwesenheit der Nestbesitzerin in das fremde Nest schlüpfen, dringen sie bei sozialen Arten erst nach dem Töten oder Vertreiben der Nestinsassinnen zu den Brutzellen vor. Sie brechen danach eine bereits verschlossene Zelle auf, zerstören das Ei oder die frischgeschlüpfte Larve des Wirtes, legen ein eigenes Ei auf den fremden Nahrungsvorrat und verschliessen die Brutzelle schliesslich wieder mit Erde. In Nestern von primitiv eusozialen Arten wird häufig unmittelbar nacheinander eine Brutzelle um die andere parasitiert. Die Blutbienen verbringen dabei oft viele Stunden bis wenige Tage im verwaisten Wirtsnest, das sie vorgängig von innen her mit Erde verschlossen haben. Nach dem Verlassen des Wirtsnestes wird dieses sorgfältig mit Erde zugescharrt, so dass allenfalls zurückkehrende Nestinsassinnen nicht mehr in der Lage sind, den Nesteingang zu lokalisieren. Es gibt Hinweise, dass gewisse mitteleuropäische Arten ähnlich wie bei Psithyrus gemeinsam mit ihren Wirten friedlich im Nest leben, die Fortpflanzung der Wirtsbienen aber auf eine unbekannte Art unterbinden. Die Larven spinnen keinen Kokon.
Die ♂♂ der wenigen untersuchten Arten patrouillieren auf der Suche nach ♀♀ an den Wirtsnestern.

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online seit: April 2005
Sphecodes albilabris  (Fabricius 1793)
Gattung
:
Sphecodes
Species
:
albilabris
Synonyme
:
-
dt. Bezeichnung
:
-
Gefährdung CH
:
3
Legende
Gefährdung D
:
n.
Legende
Kennzeichen:
11-15 mm. Durch bedeutende Grösse und fast rein rot gefärbtem Hinterleib als einzige mitteleuropäische Sphecodes-Art bereits im Gelände sicher anzusprechen.
Biologie:
Brutparasit bei Colletes cunicularius. Melitturga clavicornis ist ebenfalls als Wirt belegt. Möglicherweise schmarotzt S. albilabris zusätzlich bei Halictus sexcinctus und weiteren Bienenarten.
Vorkommen:        Legende
Selten. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.
online seit: April 2005